Wasser vor Ort halten – kommunale Herausforderungen der Gegenwart
von Roland Hausmann
Von der Löschwasservorhaltung zum kommunalen Wassermanagement
Wasser wird für Städte und Gemeinden zunehmend zu einer strategischen Ressource. Trockenperioden, Starkregenereignisse, der Bewässerungsbedarf öffentlicher Grünflächen und die Sicherstellung der Löschwasserversorgung stellen Kommunen vor unterschiedliche Aufgaben, die bislang häufig getrennt voneinander betrachtet wurden.
Dabei lohnt sich eine übergreifende Betrachtung: Niederschlagswasser, das bei Starkregen möglichst kontrolliert aufgenommen und zurückgehalten werden soll, kann – abhängig von Wasserqualität, technischen Anforderungen und örtlichen Rahmenbedingungen – gespeichert und für geeignete Anwendungen verfügbar gemacht werden. Je nach Projekt können daraus Lösungen für Wasserrückhaltung, Bewässerung, Betriebswasser oder die Bevorratung von Löschwasser entstehen.
Für Kommunen erweitert sich damit die Fragestellung. Neben der sicheren Bereitstellung von Wasser für einzelne Anwendungen gewinnt die Frage an Bedeutung, wie Wasser lokal zurückgehalten, gespeichert und bedarfsgerecht genutzt werden kann.
Dezentrale Speicher als Baustein kommunaler Infrastruktur
Ein solches Wassermanagement benötigt Speicherkapazitäten. Welche Lösung geeignet ist, hängt von den jeweiligen örtlichen und technischen Bedingungen ab: verfügbare Flächen, erforderliches Speichervolumen, Bodenverhältnisse, Grundwasserstand, Verkehrsbelastung, Anschlüsse und vorgesehene Nutzung müssen gemeinsam betrachtet werden.
Gewickelte GFK-Behälter bieten hierfür vielfältige konstruktive Möglichkeiten. IBK Fibertec entwickelt und fertigt Speicher mit Durchmessern von etwa 2 bis 4 Metern und Speichervolumina von rund 15.000 bis 100.000 Litern. Die Behälter können für unterschiedliche Einbausituationen ausgelegt und hinsichtlich Revisionsöffnungen, Anschlussflanschen, Ringsteifen, Kesselstühlen und Messstutzen projektspezifisch konfiguriert werden.
Die werkseitige Fertigung kann den Aufwand auf der Baustelle reduzieren. Anders als bei vor Ort hergestellten Stahlbetonbehältern sind für den eigentlichen Behälter keine Schalungs-, Bewehrungs- und Betonierarbeiten erforderlich. Daraus können sich – abhängig von Einbausituation und Gesamtprojekt – Vorteile hinsichtlich Montagezeit, Baustellenlogistik und Witterungsabhängigkeit ergeben.
Materialeigenschaften für langfristig ausgelegte Infrastruktur
GFK besitzt Eigenschaften, die insbesondere für Wasser- und Löschwasserspeicher interessant sind. Das Material ist korrosionsbeständig; eine Bewehrungskorrosion wie bei Stahlbetonkonstruktionen tritt bei GFK konstruktionsbedingt nicht auf. Die Behälter werden werkseitig gefertigt und benötigen keine nachträgliche Innenabdichtung wie bestimmte konventionelle Bauweisen.
Für Betreiber können diese Eigenschaften hinsichtlich Wartungs- und Instandhaltungsaufwand von Bedeutung sein. Welche wirtschaftlichen Vorteile sich daraus über die Nutzungsdauer tatsächlich ergeben, hängt jedoch von Ausführung, Einbausituation, Nutzung und den jeweils miteinander verglichenen Systemen ab.
IBK betrachtet deshalb nicht allein die Investition in einen Speicher, sondern dessen technische Auslegung und vorgesehene Nutzung über einen langfristigen Betriebszeitraum.
Nicht jede Aufgabe braucht zwangsläufig einen eigenen Speicher
Besonders interessant wird die Betrachtung, wenn sie nicht beim einzelnen Behälter endet.
Ein Speicher kann Bestandteil eines größeren Systems werden: Niederschlagswasser wird von geeigneten Flächen aufgenommen, gespeichert und anschließend entsprechend den örtlichen Anforderungen genutzt oder kontrolliert abgegeben. Denkbar sind dabei unterschiedliche Funktionen – von der Regenwasserrückhaltung über Bewässerungs- und Betriebswasseranwendungen bis zur Bevorratung definierter Löschwassermengen.
Ob und unter welchen Voraussetzungen mehrere Funktionen in einem Speicherkonzept miteinander verbunden werden können, muss projektspezifisch geprüft werden. Anforderungen an Löschwasserverfügbarkeit, Wasserqualität, Speichervolumen, technische Ausrüstung und behördliche Vorgaben sind dabei zu berücksichtigen.
Genau hier liegt jedoch das Potenzial eines integrierten kommunalen Wassermanagements: Speicherkapazitäten können bereits in der Planung im Zusammenhang mit unterschiedlichen Aufgaben der kommunalen Wasserinfrastruktur betrachtet werden.
Kommunale Wasservorsorge beginnt mit Planung
Mit dieser Perspektive verändert sich auch die Aufgabe des Herstellers. Komplexere kommunale Projekte benötigen mehr als einen Behälter mit einem definierten Volumen.
Am Anfang stehen Fragen: Welche Wassermengen fallen an? Welche Mengen müssen zurückgehalten oder bereitgestellt werden? Welche Nutzungen sind vorgesehen? Welche technischen, baulichen und regulatorischen Anforderungen bestehen am Standort? Und lassen sich verschiedene Aufgaben sinnvoll miteinander verbinden?
IBK Fibertec verbindet hierfür Ingenieurplanung und eigene Fertigung. Gemeinsam mit Kommunen, Fachplanern, Feuerwehren, Wasserversorgern und weiteren Projektpartnern können projektspezifische Speicherlösungen entwickelt und anschließend konstruktiv umgesetzt werden.
Existierende Förderprogramme bei der Planung berücksichtigen
Diese frühe Planungsphase ist auch mit Blick auf mögliche Förderprogramme relevant. Maßnahmen zur Klimaanpassung, zum natürlichen Wasserrückhalt und zur resilienten kommunalen Infrastruktur werden auf Bundes- und Landesebene durch unterschiedliche Programme unterstützt. Ob ein konkretes Projekt, einzelne Planungsleistungen oder technische Komponenten förderfähig sind, ist vom jeweiligen Förderprogramm und dessen Voraussetzungen abhängig und muss im Einzelfall geprüft werden.
Gerade deshalb kann es sinnvoll sein, technische Konzeption, mögliche Kooperationen und Finanzierungs- beziehungsweise Fördermöglichkeiten bereits zu Beginn eines Projektes gemeinsam zu betrachten.
Von der Zisterne zum Wassermanagement
Die sichere Löschwasservorhaltung bleibt ein wichtiges Einsatzgebiet großvolumiger GFK-Speicher. Die Perspektive kann jedoch darüber hinausreichen.
Wo Niederschlagswasser zurückgehalten, gespeichert und für geeignete Anwendungen verfügbar gemacht wird, können dezentrale Speicher zu einem Baustein kommunaler Wasserstrategien werden.
Dabei gibt es keine Universallösung. Standort, Nutzung, Speichervolumen, technische Anforderungen und Wirtschaftlichkeit müssen für jedes Projekt neu zusammengeführt werden.
Genau darin sieht IBK Fibertec seine Aufgabe: als Ingenieurbüro mit eigener Fertigung gemeinsam mit Planern, Kommunen und weiteren Projektpartnern Lösungen zu entwickeln, die technische Anforderungen und die Möglichkeiten des jeweiligen Standortes zusammenführen.
Vom Löschwasserspeicher über die dezentrale Wasserrückhaltung bis zum integrierten Wassermanagement.